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Montag, 9. Mai 2011

Digitales Lern- und Lesetagebuch - schön und einfach

Lassen Sie Ihre Schüler manchmal ein Lesetagebuch - bei der Zentrale für Unterrichtsmedien wird im Wiki genau erklärt, was das ist - führen? Wünschen Sie sich gelegentlich, dass die Klasse in einem Arbeits- oder Lerntagebuch aufführt, was sie plant oder erledigt hat?
Die Kinder und Jugendlichen notieren hier regelmäßig, was sie gelesen, gelernt oder erarbeitet haben: "Lerntagebücher dienen der schriftlichen, chronologischen Dokumentation von Gelerntem, Erfahrungen oder typischen Anwendungsfällen für Gelerntes." (ZUM-Wiki) Ein sinnvoller Schritt auf dem Weg zum Portfolio.
Wer ein Lerntagebuch elektronisch führen lassen möchte, dem bietet die Internetseite Penzu dazu eine sehr gute Möglichkeit. Hier können Schüler mit Hilfe einer sehr einfachen Benutzer-Oberfläche ein Online-Tagebuch führen. Bilder lassen sich ganz einfach anhängen und verschönern so die jeweilige Tagebuchseite.

Vor allem aber: jeder Schüler kann selbst entscheiden, ob er den Tagebucheintrag - mit einer einfachen Eingabe der Empfänger-Mailadresse - an andere Leser, also z.B. den Lehrer oder seine Mitschüler - weitergibt.

Wie wäre es mit folgendem Szenario: Die Schülerinnen lesen einen Jugendroman, z.B. Erebos, eine spannende Geschichte, bei der Computerspiel und Wirklichkeit immer mehr miteinander verschmelzen - und halten ihre Leseerfahrungen bei Penzu fest. Ob das nun kriteriengeleitet oder frei passiert, ob Fragen zum Inhalt gestellt werden oder ob es nur wenige Vorgaben für die Arbeit gibt, die Arbeit mit Penzu macht - auch jüngeren Schülern - Riesenspaß.

Die Nutzung ist natürlich kostenlos, aber leider ist die Pro-Werbung etwas penetrant. Vielleicht sollte man einmal die kostenlose Nutzung für Bildungsinstitutionen anregen.

Freitag, 18. Juni 2010

Lebenslanges Lehrer-Lernen

Reflektieren Sie Ihren eigenen Unterricht? Wissen Sie noch, wann Sie in welchen Kursen unterrichtet haben, welche Fortbildungen Sie gemacht haben? Was Sie vor 10 Jahren über Binnendifferenzierung gedacht haben? Ob Sie in den Bereichen, die Sie sich vor Jahren vorgenommen haben, intensive Fortschritte gemacht haben oder stehen geblieben sind auf dem Stand von damals?

Wenn Sie das in Zukunft vermeiden möchten, nutzen Sie doch das kostenlose Lehrerportfolio der Universität Cambridge. In diesem elektronischen Portfolio können Sie über die verschiedensten Bereiche des Lehrer-Seins Informationen sammeln. Notieren Sie Ihre Arbeitsstellen, führen Sie ein elektronisches Lehrer-Tagebuch, stellen Sie Ihre Fortbildungen übersichtlich zusammen, sammeln Sie Ideen und geniale Einfälle. Alles können Sie natürlich exportieren und für Ihre Zwecke verwenden und ausdrucken.

Natürlich, das System ist in englischer Sprache und als Lehrer in Deutschland benötigt man vielleicht nicht unbedingt den Nachweis, dass man dies oder jenes gemacht und geleistet hat, weil man ja als Beamter auf der sicheren Seite scheint, aber sollte uns das daran hindern unser eigenes unterrichtliches Handeln zu reflektieren und zu verbessern? Schön daran ist, dass Sie von überallher darauf zugreifen können.

Im Studienseminar Stuttgart findet sich für Referendare der folgende Abschnitt, der aber auch für das lebenslange Lernen von Lehrer gelten sollte: "Das Portfolio ist eine Art Sammelmappe für ganz unterschiedliche und vielfältige Unterlagen, die Sie selbst einlegen; es ist somit ganz individuell auf Sie zugeschnitten und soll Ihnen in seiner Gesamtheit Gelegenheit und Möglichkeit zum Lernen und zur Selbstreflexion geben. Es soll Sie über die Dauer Ihrer Ausbildung begleiten und so Ihre ganz persönliche Entwicklung widerspiegeln. Sie selbst führen es, und Sie selbst entscheiden, ob Sie es jemand zeigen möchten." Auf den Seiten der Uni Cambridge lässt sich dies elektronisch tun.

Donnerstag, 22. April 2010

Referate sinnvoll vorbereiten durch visuelle Begriffsrecherche

Sicher ist es Ihnen schon aufgefallen: Wenn Schüler Referate vorbereiten, nutzen sie wikipedia. Das ist nicht immer sinnvoll, schon garnicht immer ausreichend, manchmal aber auch viel zu umfangreich. Die Schüler müssen sicher auch lernen andere Medien als das Internet zu nutzen.
Wer aber seine Referatsvorbereitung unter anderem mit wikipedia bestreitet, sollte das vielleicht in besonderer Weise tun und dazu den Eyeplorer verwenden.


Dann sieht das Ergebnis einer Recherche nach dem Begriff "Web 2.0" nicht mehr so aus wie in der klassischen Wikipedia-Ansicht (auf dem Bild links), sondern wird in einem bunten Kreis dargestellt, der insbesondere die Verlinkungen zu den verschiedensten anderen Wikipedia-Artikeln repräsentiert.

Bunter Schnickschnack? Nein, eher sinnvolle Strukturierung. Zentrale Begriffe werden mit großen Stichworten repräsentiert, weniger wichtige Begriffe sind kleiner zu sehen. Die Stichworte sind zudem Oberbegriffen zugeordnet (etwa: Wissenschaft & Technologie, Personen, Gesundheit), die je nach Suchbegriff in Inhalt und Größe - je nach Relevanz für das Thema - variieren. Sicherlich: Manche Begriffe und Zuordnungen sind durchaus streibar, aber insgesamt handelt es sich um ein kluges Recherche-Instrument.

Natürlich kann ich mit der Maus über die einzelnen Begriffe gehen und erhalte eine kurze Erklärung, in welchem Zusammenhang der Begriff im entsprechenden wikipedia-Artikel verwendet wird. Auch kann im Rahmen des Kreises ein für meine Recherche besonders wichtiger Begriff ausgewählt werden, auf den die Recherche dann beschränkt wird, falls ich mich etwa nur für die naturwissenschaftlichen Aspekte in Angela Merkels Karriere interessiere.

Meldet man sich - natürlich kostenlos - an, kann man zudem gefundene Informationen ganz einfach in einem Online-Notizbuch sammeln und hat immer wieder Zugang auf die gesammelten Informationen. Alle anderen Funktionen sind aber auch ohne Anmeldung nutzbar. Ob ich Informationen für ein Referat oder aber eine Facharbeit oder ein Portfolio zu einem Thema zusammenstelle, der Eyeplorer dürfte eine große Hilfe sein, mindestens bei der Strukturierung und der Planung eines Themas.

Wie einfach die Nutzung ist, wird mit Hilfe dieses Videos sehr schön deutlich. Ein Dank an Nik Peachey für diesen Tipp.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Was haben eigentlich Portfolios (statt an der Börse) im Unterricht zu suchen?

Haben Sie sich diese Frage schon gestellt? Was Portfolios denn sollen, wozu sie da sind: Zeigen, was man gelernt hat und vor allem auch wie man gelernt hat. Genau genommen: Dokumentation, Sammeln, Reflektieren, Präsentieren, darum geht's, das kann uns Lehrern doch nur Recht sein, nur: "Ist dafür die letzte Klassenarbeit in Biologie wirklich das Richtige? Zeigen, wie man gelernt hat ­ darüber geben Zeugnisnoten keinen Aufschluss ­ das ist inzwischen bekannt. Mit dem Portfolio können Schüler ihren Lernprozess sichtbar machen.

Die Methode, die sich dahinter verbirgt, bietet weit mehr als eine Sammelmappe für besonders gelungene Arbeitsblätter. Und es ändert sich eine Menge, auf beiden Seiten: Lehrer müssen lernen, Kontrolle abzugeben; Schüler lernen, auszuwählen, was ihnen wichtig ist. Das bedeutet mehr Lernberatung auf der einen, mehr Selbstständigkeit auf der anderen Seite. Der Weg ist das Ziel, Fehler und vermeintliche Schwächen bekommen einen anderen Stellenwert und auch die Präsentation gehört dazu. Alles nur Idealvorstellungen von Unterricht? Die Schulpraxis in Bielefeld, Hockenheim oder Oberhausen zeigt: Die Mühen der Umsetzung lohnen sich ­ für alle." Mit diesem Text informiert der SWR über diesen absolut knapp dreißigminütigen, hörenswerten Beitrag über den Einsatz von Portfolios. Wie sagt einer der Schüler im Beitrag: "Man kreiert eine Mappe".

Weitere informative Links zum Portfolio-Einsatz und zur sinnvollen, zielorientierten Nutzung sind auf der ZUM-Wiki-Seite zusammengestellt.

Foto von openphoto.net - Sarah Klockars-Clauser

Sonntag, 22. November 2009

Portfolios kennen wir, aber ePortfolios?


Sicher hat jeder Lehrer schon einmal von Portfolios gehört, von ihrem hohen pädagogischen Nutzen und vom hohen Maß an Selbständigkeit, das man mit ihnen bei seinen Schülern fördert.

Das geht selbstverständlich auch elektronisch. Ich habe dazu das Online-Portfolio Mahara ausprobiert, damit Sie sich ein Bild machen können, habe ich der Einfachheit halber ein kleines Portfolio erstellt, in diesem Fall mit einer Übersicht über meine bisherigen Veröffentlichungen. Bevor man diese Seite nutzen kann, muss man sich kostenlos registrieren.

Für die Nutzung im Unterricht habe ich schon einige Ideen, aber erst wenn ich etwas probiert habe, werde ich darüber auch berichten. Schön ist jedenfalls, dass die Schüler alle möglichen Medien in ihrem Portfolio zusammenstellen können, noch schöner, dass sie selbst bestimmen können, wer was lesen kann, am schönsten jedoch ist, dass diejenigen, die ein Moodle-System haben, ihre Schüler zugleich auch in einem Mahara-System anmelden können, ohne erheblichen Verwaltungsaufwand. Allerdings muss Mahara natürlich auch irgendwo gehostet werden.

Was ein ePortfolio kann, zeigt der Schweizer Bildungsserver theoretisch und die Pädagogische Hochschule St. Gallen gibt vertiefende Informationen.