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Dienstag, 9. Februar 2010

Moodle - eine Lernplattform mit unbegrenzten Möglichkeiten

Eine Lernplattform für den Einsatz im Unterricht muss einige wesentliche Anforderungen erfüllen: Sie sollte wesentliche Ziele des Unterrichts unterstützen, fördern und vereinfachen kostenlos sein und ohne kommerziellen Hintergrund. Das ist nur bei moodle so der Fall, denn lo-net ist zwar kostenlos, aber keinesfalls ohne kommerziellen Hintergrund.

Aber welche Lernplattform soll man wählen? Die Badenwürttembergische Landesakademie für Lehrerfortbildung meint dazu: "Schulen, die weiter gehende Ansprüche haben und sich ernsthaft auf das Experiment E-Learning einlassen wollen, sind mit einer Plattform wie moodle wohl besser dran." Das ist richtig! Nur, was muss ich machen, um mich "ernsthaft auf das Experiment E-Learning" einzulassen? Wie komme ich zu einem eigenen moodle?

Um moodle auszuprobieren, empfehle ich Lehrern sich auf der Seite des Vereins moodleschule e.V. einen Kurs einrichten zu lassen. Das ist für Lehrer kostenlos. Stellt sich heraus, dass die Schule insgesamt mit moodle arbeiten möchte, empfiehlt sich im Teststadium eine institutionelle Mitgliedschaft der Schule im Verein, denn als Mitglied wird einem ein kostenloses Schulmoodle zur Verfügung gestellt. Bleibt man langfristig bei der Arbeit mit moodle - ich hege daran keinen Zweifel - kann man sich auch überlegen, sein moodle z.B. bei einem kommunalen Rechenzentrum betreiben zu lassen.

Auf der moodleschule-Seite, aber auch beim moodletreff der Bezirksregierung Düsseldorf lassen sich zahlreiche moodle-Kurse ansehen, die auch deutlich machen, welche Arbeitserleichterung moodle nicht nur langfristig bedeutet.

Wenn Sie mit moodle arbeiten wollen, stehen Ihnen kostenlos vielfältige Materialien zur Verfügung. Zur Einführung sei das kostenlose, aber erstklassige Moodle-Handbuch für Lehrerinnen empfohlen. Wirklich anschaulich werden die Möglichkeiten, die moodle eröffnet, auch im moodle-Selbstlernkurs erklärt. Hier lernt man online alles, was moodle zu bieten hat - aus Lehrersicht und aus Schülersicht. Schön daran ist - trotz der Unübersichtlichkeit -, dass ein moodle verwendet wird, in dem das Material zusammengestellt ist. In einem Artikel für Praxis Geschichte habe ich für den Geschichtsunterricht erläutert, wie man moodle verwenden kann.

Fertige moodle-Kurse lassen sich übrigens problemlos speichern, exportieren und in andern moodles wiederverwenden.

Podcasts im Geschichtsunterricht

Hören Sie im Radio manchmal das Kalenderblatt der Deutschen Welle, das Forum Zeitgeschichte des NDR oder die Zeitzeichen in WDR und NDR? Kennen Sie 60 Sekunden Geschichte beim SWR oder das Kalenderblatt des Bayerischen Rundfunks? Finden Sie auch, dass diese Sendungen oft gut gemacht sind und eine historische Situation oder Persönlichkeit, eine wichtige Erfindung oder zentrale Gruppierung angemessen auf den Punkt bringen?

Im Unterricht lassen sich solche Radio-Sendungen einfach verwenden. Sie müssen sie dazu nicht einmal aufnehmen - früher saß man vor dem Radio und wartete auf den Moment, wo das angekündigte Zeitzeichen begann. Heute laden Sie sich die Hördatei auf Ihren Computer, brennen eine CD und dann kann man die Hör-Datei ganz klassisch im Unterricht verwenden, z.B. als Unterrichtseinstieg. Noch einfacher ist es, wenn Sie sich die Datei auf den MP3-Player oder das Handy holen, Boxen anschließen, fertig.

Möglich ist aber auch, dass die Schüler sich die Dateien online selbst anhören. Dazu können Sie ihnen einfach den Link geben. In einem Lern-Management-System wie moodle ist die Verwendung noch einfacher. Sie als Lehrer laden die Datei in moodle hoch oder platzieren dort einen Link zum entsprechenden Radiosender. Die Schüler können sich nun im Unterricht oder als Hausaufgabe die Sendung anhören und ggf. sogar eine Aufgabe dazu bearbeiten (siehe Bild).

Ein Vorteil unter vielen: Muss noch einmal nachgehört werden, kann jeder Schüler individuell in der Hördatei vor und zurück springen, kann nachhören und genauer hinhören. Wer wollte das nicht bei seinen Schülern erreichen?

Donnerstag, 4. Februar 2010

Manche Hörbücher für die Schule gibt es kostenlos - wer will, kann sogar selbst ein Hörbuch publizieren

Für das Zentralabitur in Nordrhein-Westfalen müssen die Schülerinnen und Schüler in unterschiedlichen Jahrgängen Fontanes Effi Briest lesen und den Törless. Zudem barocke Lyrik oder Liebesgedichte u.a. von Heinrich Heine.

Mal ganz abgesehen davon, dass Gedichte, werden sie denn schön vorgetragen, oft einen nachhaltigeren Eindruck machen, sind auch einige viele Romane online zu finden: bei Librivox. "LibriVox bietet freie Hörbücher aus der Public Domain, also urheberrechtsfreie Texte." Wo diese Texte herkommen? Nun, die Nutzer erstellen sie selbst. Die Qualität ist insofern auch extrem unterschiedlich. Es gibt erstklassig gesprochene Texte - mein momentaner Favorit ist Stevensons Treasure Island - aber auch eher mäßige Aufnahmen, sowohl im Bezug auf die technische Qualität wie auch im Hinblick auf Aussprache und Betonung.

Schön ist, dass es Texte in allen möglichen Sprachen gibt, die man auch für den Fremdsprachenunterricht verwenden kann, spanische, englische, französische, aber auch aus weniger im Schulunterricht üblichen Sprachen. Schön ist auch, dass die Text immer von Muttersprachlern aufgenommen wurden, dabei ist sogar Latein und Esperanto. Für die Oberstufenschüler, die sich ihre Lektüren gerne anhören möchten, gibt es die Möglichkeit das hier kostenlos zu machen. Es gibt Aufnahmen von Effi Briest, von diversen Werken Heinrich Heines oder von Gryphius und vieles mehr.

Wer seine Schüler zu echten Höchstleistungen bringen will, kann sie natürlich - z.B. mit Hilfe von audacity oder garage band dazu bewegen, selbst etwas zu produzieren und einzureichen. Natürlich nur mit Texten, die nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Gedichte wären ein Anfang, eine Erzählung nicht übel, ein Roman eine echte Herausforderung!

Ein Tipp für die iPod/iPhone-Nutzer: Es gibt ein kleines App, mit dem alle Bücher auch direkt unterwegs bzw. im Wlan gehört werden können.

Dienstag, 8. Dezember 2009

Mit dem Handy in die Lernstandserhebung

Mit Handys stehe ich als Lehrer ja auf Kriegsfuß. Zumindest, wenn sie nicht so benutzt werden, wie ich es mir wünsche. Nervig ist etwa der plärrende Handy-Sound, die Musik ist ja sogar manchmal erträglich. SMS-Empfang im Unterricht oder gar echtes Klingeln macht auch keinen Spaß. Glücklicherweise ist bei uns an der Schule den Schülern die Handy-Nutzung verboten. Es sei denn, ein Lehrer erlaubt es, Handys zu verwenden. Und dass das Sinn machen kann, soll dieses Beispiel zeigen.

Seit einigen Jahren ist im Fach Deutsch in den zentralen Lernstandserhebungen auch Hörverstehen gefragt. Das Spannende daran ist, dass fast alle Kinder mit dem Handy oder auch mit dem MP3-Player - meist verfügen die Schüler ja über beides in einem - ein Gerät besitzen, mit dem sich Hörverstehensübungen von jedem einzelnen Schüler individuell durchführen lassen. Wenn Sie für Ihre Schülerinnen und Schüler für Vera 8 etwa Materialien anschaffen, bei denen hinten eine CD eingeheftet ist, auf der sich Hörtexte oder auch Diktate finden, spricht nichts dagegen, dass die Schüler sich die Inhalte der CD auch auf ihrem eigenen Handy bzw. MP3-Player verfügbar machen.

Ob Sie nun die CD rippen und auf einem Rechner im Klassenraum (nur den Schülern, die auch die CD gekauft haben, versteht sich) den Lernern zur Verfügung stellen oder diese bitten doch zu Hause selbst aktiv zu werden, spielt dabei keine Rolle. Auf alle Fälle kann ihre Deutsch-Gruppe, jeder für sich im eigenen Tempo und Schritt für Schritt seine Hörverstehensübung durchführen. Und: Dass die Achtklässler offiziell das Handy-Verbot im Unterricht umgehen dürfen, macht das umso attraktiver!